Zur Geschichte des Karates
In der Philosophie des traditionellen ostasiatischen Denkens wird der Mensch als ein tugendhaftes Wesen gesehen,
das seine Anlagen weiter entwickeln muß, um sich zu vervollkommnen. Dieser Prozess erfordere nicht nur den Einsatz
der ganzen Person, sondern sei darüber hinaus der eigentliche Sinn der menschlichen Existenz.
Auf diesem Weg (japanisch = Do) werden alle Umstände, Erfahrungen und Aktivitäten gleichnishaft zu Übungen,
um das eigentliche Ziel, die Selbstvervollkommnung, zu erreichen. Ein Mensch, der sich in diesem Sinne fand,
wurde als Meister (japanisch = Sensei) gesehen und verehrt.
In der japanischen Tradition der Kampfkünste (Budo) kam die Schwertkunst zu einer ganz außergewöhnlichen Blüte und
nahm eine zentrale Stellung in der Gesellschaft und der philosophischen Auseinandersetzung ein.
Das Schwert war nur privilegierten Persönlichkeiten zugänglich, und um im Interesse des Landes auch breite Schichten
der Bevölkerung von dem Kulturgut profitieren zu lassen, wurden die geistigen Prinzipien des Schwertkampfes (Kendo)
auf den waffenlosen, körperlichen Kampf Übertragen (Karate - leere Hand).
Das Karate - Do wurde bekannt durch die außergewöhnliche Schlagkraft, die ein Karateka hervorzubringen weiß.
Die Sammlung seiner Energie (Ki) in seinem Zentrum (Hara) entwickelt die Körperspannung (Kime), auf Grund derer er
unter effizienter Nutzung der menschlichen Anatomie befähigt ist, solche Leistungen zu erbringen wie das Zerschlagen
von Ziegelsteinen mit bloßer Hand unter Ausruf eines Schreies (Kiai). Der Bruchtest dient dazu symbolisch die Macht
des Geistes über die Materie auszudrücken und den Grad seiner Körperbeherrschung unter Beweis zu stellen.
Das Ziel:
Nicht Karate zu den Menschen zu bringen, sondern Menschen an Karate heran zu führen.
Gegen Ende des Jahres 1993 wurde der Deutsche JKA-Karate Bund e.V. (DJKB) gegründet, um Shihan Hideo Ochi (8.Dan) eine geeignete
Plattform zur Verwirklichung unserer oben beschriebenen Zielsetzung zu schaffen.
Unser ursprünglich anvisiertes Ziel, JKA-Karate als Stilrichtung im Deutschen Karate Verband zu etablieren, fand in jener Zeit in
den Mitgliederversammlungen des DKV keine politische Mehrheit.
Der DJKB präsentiert sich heute als ein unabhängiger, nicht im DSB organisierter Verband von Einzelmitgliedern, die sich einer
gemeinsamen Idee, dem traditionellen, japanischen Karate, in besonderem Maße verbunden fühlen. Chiefinstructor des DJKB ist
Shihan Ochi, seit 1970 in Deutschland als Karatelehrer tätig und für seine Schülerinnen und Schüler "Seele und Motor" des
JKA-Karate in unserem Land. In über 450 Dojo und Vereinen trainieren heute mehr als 21.000 Mitglieder nach den Richtlinien und
Regeln unseres Verbandes in freundschaftlicher, familiärer Atmosphäre. Durch ihr großes Engagement im Training im Dojo, beim
Besuch unserer Lehrgänge, der Teilnahme an unseren Meisterschaften und Turnieren, beweisen unsere Mitglieder, wie richtig und
wichtig es damals war, den Weg einer Verbands-Neugründung – allen Widerständen und Schwierigkeiten zum Trotz und unter Verzicht
auf staatliche Hilfe und Unterstützung – zu beschreiten, um so dem traditionellen Karate in Deutschland wieder eine feste
Heimstätte zu geben. Seit Gründung unseres Verbandes war es unsere Absicht, eine für unser JKA-Karate angemessene, zentrale und
hierarchische Organisationsstruktur, mit unserem Chiefinstructor Hideo Ochi an der Spitze, auf- und auszubauen, um so die für
Training, Aus- und Weiterbildung und für den Wettkampf - nach unseren Vorstellungen - optimalen Voraussetzungen zu schaffen. Wir
respektieren und tolerieren die Wege und Vorstellungen anderer Karate-Verbände, die teilweise mit unseren Ideen deckungsgleich,
teilweise davon abweichend sein mögen, und sehen in unserem Verband – frei von jedem missionarischen Eifer - nichts weiter als
eine Bereicherung der Karate-Szene in Deutschland.